Wollen als Kulturveranstalter nicht im Regen stehen:

Marion und Peter Koepf

Foto: Bischof
.
Presse: KRZ Artikel vom 05. April 2019 - 18:00

Verein wünscht sich mehr Aufmerksamkeit

Der Kulturkreis Grafenau bereichert sich seit mehr als vier Jahrzehnten das Gemeindeleben

DÄTZINGEN (red). Der Kulturkreis Grafenau bemüht sich seit mehr als vier Jahrzehnten im Schloss Dätzingen darum, Besuchern aus der Umgebung dem Geist des prachtvollen Baus angemessene Kultur nahezubringen. "Dies gelingt nicht immer, weil vor allem im Bereich der Kammermusik die grauhaarigen Besucher langsam aussterben und zu wenige nachwachsen", schreibt Peter Koepf, der zusammen mit seiner Frau Marion die Konzertsparte des Vereins betreibt, in einer Pressemitteilung. Hinzu komme ein wachsendes Interesse vieler Nachbargemeinden, auch kulturelle Veranstaltungen anzubieten.

"Doch in jüngster Vergangenheit gab es im Schloss zwei herausragende Ereignisse, bei denen die Besucher nicht nur Musik und Malerei hören oder sehen konnten, sondern sogar erklärt bekamen, was sich Künstler dabei denken, wenn sie etwas erschaffen", verweist Koepf auf eine zuletzt eröffnete Kunstausstellung sowie ein Konzert mit den Brüdern Volker und Hans-Volker Stenzel. Speziell dieses Gesprächskonzert über Franz Schuberts Fantasie in f-Moll habe die Zuhörer im Dätzinger Maltesersaal begeistert, schreibt Koepf: "Zunächst setzten sie sich wortlos hin und spielten ein kleines Stückchen. Dann begannen sie zu erklären, immer wieder an Beispielen aus der Fantasie, teils auch mit Gedanken aus dem kurzen Leben von Franz Schubert, der eher selten fröhlich gestimmt war", berichtet er. Verblüffend fanden die Zuhörer ein Beispiel, in dem die Brüder zeigten, was mit einer Passage geschieht, wenn sie einen halben Ton höher dargeboten wird. "Das wird ein ganz anderes Musikstück", stellt Koepf fest.

Die Brüder Stenzel erlebte das Publikum nicht nur als hervorragende Pianisten, sondern als auch sehr vergnügliche Entertainer. "Am Ende spielten sie großartig die ganze Fantasie in f-Moll, und das Publikum freute sich", erzählt Koepf.

Bereits einige Tage zuvor wurde im Schlosskeller eine Ausstellung mit Arbeiten von Claudia Dietz, Elke Zemelka und Christel Friedmann eröffnet. "Auch hier wurde uns etwas erklärt", hebt Koepf die Einführungsrede von Böblingens Galerieleiterin Corinna Steimel hervor. Die Ausstellung ist heute und morgen letztmals geöffnet - und zwar jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Picasso meinte zwar, Kunst zu erklären sei nicht nötig, weil man ja auch nicht fragt, was sich Vögel beim Zwitschern denken. "Was allerdings nicht stimmt, denn fast jeder fragt sich beim frühmorgendlichen Gezwitscher, was die Vögel sich gegenseitig sagen wollen", formuliert der Böblinger Peter Koepf augenzwinkernd.

Der Kulturkreis Grafenau habe hier jedenfalls zwei herausragende Darbietungen präsentiert, findet Koepf, der sich wünscht, dass doch künftig wieder mehr Publikum ins Dätzinger Schloss kommen möge
Konzert

Freitag, den 22. März 2019
20 Uhr
im
Maltesersaal


Immer wieder wird der Wunsch laut, unsere Musiker mögen doch durchs Programm führen und die von ihnen gespielten Werke erklären. Das werden die BrüderVolker und Hans- Peter Stenzel bei unserem Klavierduo- Abend am 22.3.19 tun. Die beiden Professoren werden die ihnen so wichtige f-Moll Fantasie von Schubert nicht nur spielen, sondern auch darüber sprechen. Es wird interessant sein zu erfahren, was sie darin gefunden haben.