Schlosskeller  So 30.06.2019

                                                                                                           Vernissage 11.00 Uhr

 

Vera Reschke & Jo Winter - Die Befragung des Wertvollen

 

 

Enthüllung nicht als Bloßlegung, sondern als Frei-Legung: Individuelle Befreiung vom vordergründig Sichtbaren und in der Folge Sichtbarmachung innerer Werte.

Das erreicht die Künstlerin Vera Reschke durch Ihr Gespür für das Miteinander – der Gattungen, der Materialien, aber auch der Menschen, über die individuelle Befindlichkeit und letztlich auch über alle Grenzen hinweg…

Der gestaltete Raum, mag man ihn auch Sehnsuchtsraum nennen, soll nicht allein abgebildet werden, sondern beim Betrachter auch die Phantasie wecken, hinter das Objekt, den Menschen zu blicken. Im Idealfall treffen sich da die Weltsicht der Künstlerin und die Ein-Sicht des Betrachters. Vera Reschke erschafft keine Porträts, sondern Impressionen von dargestellten Personen, die sie in Afrika oder Asien sieht, deren meist einfache Lebensweise und Erscheinung unseren Blick aufs Wesentliche schärfen soll – mit Hilfe von Verfremdungen, Überblendungen und Unschärfen-Tiefe sucht sie gerade am bloß sichtbaren Gegenstand vorbei nach Erkenntnis

Zur Verfremdung gehört auch die Einbeziehung teils befremdlicher Substanzen wie Leinöl oder Forstmarkierfarbe, die eine expressive Steigerung des Eindrucks ermöglicht.

 

 

Der Objektkünstler Jo Winter arbeitet mit frischen Hölzern, liebt deren Gerüche und Farben, kalkuliert die Trocknungsrisse mit als ein Ausdruck der Kräfte, die im Stamm stecken. Überhaupt die Kraft, sie ist das zentrale Moment seiner Arbeit, sie soll durch weitgehende Reduktion der Form sichtbar und erlebbar gemacht werden. Pure Form, keine Hinzufügungen, keine Verzierungen, keine Farben. Nur Weißen oder Schwärzen durch Feuer ist erlaubt, und auch das, um die Form zu betonen. Bei Schwarz zum Teil aus inhaltlichen Gründen. Der Künstler verarbeitet in seinen Skulpturen die Erfahrungen mit Gewalt, die uns alle bedrängen, kleidet sie in Metaphern oder entwirft Gegenwelten, zeitlose, archaische Gebilde.

 

 

 

Laufzeit: 06.07., 07.07., 13.07., 14.07., 20.07.,  21.07., 27.07. und 28.07.2019 

Öffnungszeiten: Sa, So, 14 – 17.00 Uhr.

FINISSAGE Sonntag, 28. Juli 2019

KünstlerInnengespräche am 14.7. (So) und 28.7.(So) ab 15.00 Uhr